Mitten im Leben

40 Jahre und kein bisschen leise oder: Mitten im Leben

Der Oelixdorfer Musikzug feiert seinen Geburtstag



Eines haben David Beckham, Angelina Jolie, Leonardo di Caprio und der Oelixdorfer Musikzug gemein – sie alle werden in diesem Jahr vierzig. Wirft man die Frage in die Runde, was einen 40-Jährigen ausmacht, kommen Antworten wie: „Er hat eine gewisse Reife“, „Er weiß, was er kann“, „Er steht mitten im Leben, hat Freunde und Familie“. Eigenschaften, die auch der Oelixdorfer Musikzug mit Stolz für sich verbuchen kann.

Im Sommer 1975 hatten sieben Oelixdorfer den Traum, wie benachbarte Gemeinden vor ihnen einen Musikzug ins Leben zu rufen. Nach gründlichen Vorbereitungen mit dem Ziel der Vereinsgründung war es am 14. August so weit – der Oelixdorfer Musikzug e.V. Jugendblasorchester war geboren. Hier fanden gestandene Musiker zusammen und solche, die es werden wollten. Registerproben, Gesamtproben, erste Auftritte und die interne Ausbildung, später auch die musikalische Früherziehung, prägten die Zeit des Heranwachsens. Freundschaften wurden geschlossen, nicht nur im eigenen Dorf. So entstand – der Oelixdorfer Musikzug war im Sandkastenalter und gerade mal drei Jahre alt – eine heute noch währende Partnerschaft mit der Cirencester Band aus England. Und immer gehörten nicht nur Musizierende dem Verein an, sondern darüber hinaus zahlreiche passive Mitglieder und Förderer.

Dass in Musikzügen musiziert wird, dass Konzerte gegeben, Laternenumzüge musikalisch begleitet oder privaten Feiern das i-Tüpfelchen aufgesetzt wird, ist klar. Das kennzeichnet die Arbeit, die Passion, das tägliche Brot. Aber was wäre ein Blasmusiker, wenn es darüber hinaus nicht noch mehr gäbe? Feiern zum Beispiel, Ausflüge „just for fun“, ein Wohnzimmerkonzert mit Heinz Rudolf Kunze, das erotische Fotoshooting für den Kalender „Steinburger Männer“ im Jahre 2005 oder gemeinsames Proben außerhalb des heimischen Probenraums, beispielsweise in einem aufblasbaren Planschbecken. Auf diese Weise wächst etwas, das klein begonnen hat, zu einer großen, fröhlichen Familie zusammen.

Die „gewisse Reife“, die einem 40-Jährigen innewohnt, bescheinigen wir dem Oelixdorfer Musikzug gern, ist er doch längst kultureller Bestandteil des Dorfes sowie der Region und von vielen Veranstaltungen nicht mehr wegzudenken. „Wir sind anders, wir sind gut – und wir sind stolz darauf.“ Wer so etwas von sich behauptet, der weiß, was er kann. Mögen dem Oelixdorfer Musikzug noch viele Jahrzehnte des produktiven Schaffens und des Freude machenden Vereinslebens beschieden sein.



40 Jahre Musikzug Jubiläumswoche

Bericht von Joachim Möller SHZ kurz vor unserem Jubiläum:
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Sie geben Konzerte in Kirchen und Hallen, spielen bei Kinderfesten und Umzügen und helfen bei den Wackener Firefightern aus – die Mitglieder des Oelixdorfer Musikzuges sind weit über die Grenzen ihrer Gemeinde hinaus bekannt und aktiv. Und das seit vier Jahrzehnten. Nächste Woche feiern die Musiker ihr 40-jähriges Bestehen mit einem vielfältigen Programm. Höhepunkt ist der Besuch der englischen Cirencester Band, mit der die Oelixdorfer 1989 eine Partnerschaft eingegangen sind.

„Es gibt nichts, was wir nicht können“, sagt rückblickend der langjährige Vorsitzende und jetzige Ehrenvorsitzende Peter Rentz. Ihm und vor allem dem damaligen Bürgermeister Kurt von Soosten ist die Gründung 1975 zu verdanken. Beide saßen in dem Jahr bei einem Konzert des Lägerdorfer Blasorchesters zusammen. „So etwas müssten wir auch haben“, sagte von Soosten zu seinem Sitznachbarn Peter Rentz, der damals in Oldendorf im Musikzug spielte. Diese spontane Idee setzte von Soosten dann auch sofort um, lud zur Gründungsversammlung. 25 Mitglieder traten bei, darunter 18 Jugendliche. „Eigentlich wollte ich ja nur Musik machen“, sagt Peter Rentz. Doch dann wählten ihn die Gründer zum Vorsitzenden. Dieses Amt behielt Rentz 26 Jahre, danach übernahm Thies Möller, der seit 1989 Jahren Dirigent des Musikzuges ist, auch das Vorstandsruder. Für seine Aufbauarbeit und langjährigen Verdienst ernannten die Musiker Peter Rentz dann zum Ehrenvorsitzenden. Heute hat der Verein 150 Mitglieder, darunter 38 Jugendliche.

Dass der Name Rentz auch ohne ihn noch stark im Musikzug vertreten ist, liegt an seinen drei Söhnen Thomas, Michael und Martin, die alle ein Instrument spielen Musik und sich in der Vorstandsarbeit engagieren, sowie Schwiegertochter Nicole und den sechs Enkelkindern, die alle Mitglied im Musikzug sind. „Nur eines meiner sieben Enkelkinder macht lieber Sport als Musik“, sagt der Ehrenvorsitzende.

Zum Alltag des Musikzuges, der seit Beginn großen Wert auf die Jugendarbeit legt, gehörten Register- und Gesamtproben, musikalische Früherziehung, interne Ausbildung sowie Auftritte bei zahlreichen Gelegenheiten – bei Laternenumzügen ebenso wie zu Gottesdiensten oder bei privaten Feiern. Zu Beginn sah das Lied-Repertoire – das heute von Volks und Popliedern über Musicals bis zu kirchlichen Stücken reicht – eher mager aus. „Beim ersten Konzert 1976 im Haus am Bornbusch spielten wir vier Volkslieder und einen Marsch“, erinnert sich Peter Rentz.

Neben der Musik unternehmen die Mitglieder des Vereins viel gemeinsam. Dazu zählen Feiern, aber auch ein Wohnzimmerkonzert mit dem Sänger Heinz-Rudolf Kunze, ein erotisches Fotoshooting für den Kalender „Steinburger Männer“ im Jahre 2005 und gemeinsame Proben außerhalb des Kreises.

Zur familiären Atmosphäre im Verein tragen auch die regelmäßigen Kontakte mit der englischen Cirencester Band bei. Abwechselnd besuchen sich die Mitglieder seit 1978. In diesem Jahr kommen 49 Engländer zum 40-jährigen Bestehen des Oelixdorfer Musikzuges nach Deutschland. 1978 reisten erstmals 63 Musiker aus Oelixdorf und Lägerdorf in die Itzehoer Partnerstadt Cirencester, knüpften dort erste Verbindungen. Dieser lose Kontakt wurde 1989 in feste Formen gegossen, die beiden Vereine besiegelten ihre Freundschaft mit einer Partnerschaftsurkunde.

Die Engländer werden morgen Abend in Oelixdorf erwartet, die größte Teil kommt per Bus, einige nehmen das Flugzeug. Untergebracht sind die Gäste bei Mitgliedern oder Freunden des Musikzuges. Wie immer bei den einwöchigen Besuchen arbeiteten die Gastgeber ein umfangreiches Programm aus. Der Vorstand, der in diesem Jahr alles organisiert hat, will die Engländer unter anderem mit Swing Golf unterhalten. Daneben stehen Ausflüge nach Itzehoe mit Empfang im Rathaus sowie nach Hamburg und Lübeck an. Eine Kreistour steht Dienstag auf dem Programm. Hier legen die Engländer in Glückstadt einen Stopp ein, wo sie von 11 bis 12 Uhr ein Konzert geben. Geplant sind auch mehrere gemeinsame Proben mit den deutschen Freunden in der Mehrzweckhalle der Gemeinde. Am Dienstag, 18. August, geht es für die Engländer wieder zurück auf ihre Insel. Spätestens zum 45-jährigen Bestehen werden sie wieder in Oelixdorf erwartet. In der Zeit dazwischen werden die Oelixdorfer wieder einen Freundschaftsbesuch antreten."



Ein weiterer Bericht in der SHZ berichte wie folgt über unserem Jubiläum:

„Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu machen“, zitierte Kreispräsident Peter Labendowicz den Philosophen Aristoteles und dankte dem Oelixdorfer Musikzug, der mit einem Festkommers in der Gaststätte „Unter den Linden“ sein 40-jähriges Bestehen feierte. Allein das Repertoire des Musikzuges sei faszinierend und höchst beeindruckend. „Dass ein Musikzug den Schneewalzer spielt oder mit ,Anton aus Tirol‘ für Stimmung sorgt, wird zwar niemanden mehr überraschen.“ Aber der Musikzug könne auch mit Stücken von Johannes Brahms, Michael Jackson, Josef Haydn und Santiano überzeugen.

Besonders hervor hob Labendowicz die Jugendarbeit des Musikzuges. „Diese ist ein Dienst für die ganze Gesellschaft – heute mehr denn je.“ Der Musikzug gehöre auch in Zukunft zu den tragenden Säulen des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens im Kreis. „Musik schafft immer eine Verbindung zwischen Menschen, sie hat eine unverwechselbare Sprache, die überall verstanden wird – auf der ganzen Welt. Die Klänge sagen alles ohne Worte und jeder, der sein Herz der Musik öffnet, fühlt sich angesprochen.“

Abschließend würdigte Labendowicz das Engagement all derer, die den Taktstock in ihren Händen gehalten haben. „Ihre konzertanten Aufführungen sind so etwas wie musikalische Sternstunden.“

Das wusste auch Thies Möller, Vorsitzender des Musikzuges. Nicht ohne Grund behaupteten die Musiker von sich selbst: „Wir sind anders, wir sind gut und wir sind stolz darauf.“ Nach der Begrüßung der vielen Gäste und Ehrengäste wollte Möller wissen, was einen 40-Jährigen ausmache. Antworten wie, „eine gewisse Reife, er weiß, was er kann oder er steht mitten im Leben, hat Freunde und Familie“ seien auch die Eigenschaften des Musikzuges, der sich längst über die Kreisgrenze hinaus einen Namen gemacht habe. Sogar im englischen Cirencester, der Heimat der seit 25 Jahren befreundeten Cirencester Band, hätten die Oelixdorfer Musiker Fans gefunden.

Möller sprach auch vom Gründungsjahr zurück, in dem sieben Oelixdorfer den Traum von einem eigenen Musikzug hatten. Der 14. August 1975 ist das Gründungsdatum, in dem gestandene Musiker und solche, die es werden wollten, zusammen kamen. „Register- und Gesamtproben, erste Auftritte, die interne Ausbildung und später die musikalische Früherziehung prägten die Zeit des Heranwachsens“, so Möller.

Als eine großartige und tolle Leistung bezeichnete Jörgen Heuberger als Bürgermeister der Gemeinde und als Vorsteher des Amtes Breitenburg den runden Geburtstag des Musikzuges. „40 Jahre Oelixdorfer Musikzug heißt auch 40 Jahre Konzerte und 40 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit.“ Heuberger stellte insbesondere die musikalische Früherziehung der „Krachmacher“ sowie die Jugendarbeit in den Vordergrund. Für die Zukunft wünschte er dem „Geburtstagskind“ weiter viel Freude und Erfolge beim gemeinsamen Musizieren.

Mit einer Darbietung der Jugendgruppe sowie der Cirencester Band klang der unterhaltsame und musikalische Abend aus. Den Abschluss der Feiern zum 40-jährigen Bestehen bildete gestern der Frühschoppen mit dem Musikzug, der Cirencester Band und dem Musikverein „Wilhelm Tell“ aus der Eifel.



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